Unter Studierenden ist die Mitfahrgelegenheit (MFGH) eine der populärsten Methoden zu reisen. Auch in Deutschland wird sie immer beliebter. Lohnt es sich tatsächlich, auf diese Weise billig zu reisen?
Im November 2011 wollte ich von Berlin nach Hamburg fahren, aber das Bahnticket hätte sehr viel gekostet. Als Studentin konnte ich es mir nicht leisten. Dann empfahl mir eine Freundin, die früher in Göttingen studiert hatte, es mit einer MFGH zu probieren.
Zuerst fand ich die Idee nicht sehr gut. Der bekannte Brad-Pitt-Film „Kalifornia“ aus dem Jahre 1993 kam mir in den Sinn, in dem ein junges Pärchen einen Anhalter mitnimmt, der sich als Serienkiller entpuppt. Aber ich hatte keine andere Wahl. Es schien finanziell die beste Lösung für mein Problem, also suchte ich nach einer Website.
Gleich fand ich ca. sechzig Angebote. Ich konnte unter verschiedenen Autotypen und verschiedenen Abfahrtszeiten wählen. Meine Wahl fiel auf einen Volvo, der auch über eine ADAC-Versicherung verfügte. Der Fahrer war ein ca. 45-jähriger Mann aus Hamburg namens Heinz, der wegen seiner Arbeit zwischen Berlin und Hamburg pendelte. Wir trafen uns an einem Samstag am Frühmorgen in einer überfüllten Straße in der Stadt. Heinz schien schon auf den ersten Blick ganz sympathisch. Noch zwei andere Studierende fuhren mit uns: ein deutscher Junge, Matthias, und seine russische Freundin, Sveta.
Die Reise dauerte ca. drei Stunden. Wir redeten nicht sehr viel. Wir drei waren so müde, dass wir die ganze Fahrt durchschliefen. Als wir ankamen, bezahlten wir den Preis für die Fahrt und jeder ging seines Weges. Ich hatte Glück.
Am nächsten Tag wollte ich nach Berlin zurückfahren. Am Abend davor suchte ich deshalb eine Fahrt nach Hause. Ich fand auch bald eine. Mit dem Fahrer besprach ich, wo und wann wir uns treffen würden und was die Fahrt kosten sollte. Ich traf rechtzeitig am Treffpunkt ein, aber dort wartete niemand auf mich. Zehn Minuten später bekam ich eine SMS, dass der Fahrer leider nicht nach Berlin fahren könne. Er wünsche mir viel Glück, eine Reise nach Hause zu finden.
Das hat mich geschockt. Was für eine Mitfahrgelegenheit war denn das?! Meistens hat man Glück, aber auch das, was mir bei der geplanten Rückfahrt passierte, ist genauso gut möglich. Ich war in Hamburg und musste wegen eines Termins in fünf Stunden in Berlin sein. Ich wollte die Reise günstig halten, das hat leider nicht geklappt. Als MFGH-Reisende muss man wohl immer auch mit dem Schlimmsten rechnen und für unerwartete Zwischenfälle etwas Geld auf dem Konto haben.
Schließlich fuhr ich mit der Regionalbahn von Hamburg nach Hause. Es dauerte nur anderthalb Stunden mehr, aber es kostete doppelt so viel, als wenn ich das Ticket zwei Tage früher gekauft hätte. Auch deshalb wählte ich ja die MFGH.
Die Lust, auch in der Zukunft mit der MFGH zu fahren, verging mir allerdings nicht. Ich kann diese Art zu reisen nur jedem empfehlen, der Abenteuer mag und Lust verspürt, neue Leute kennen zu lernen.
Wie viel kostet es? Es ist unterschiedlich. In Deutschland kostet eine Fahrt ca. 10-20 Euro. Dieser Preis ist für Studierende sehr günstig, und auch die Reise ist bequem.
Was findet man noch auf der Website?
Es gibt mehrere Möglichkeiten, eine Reise zu finden. Man kann angeben, mit wem und womit man fahren möchte. Viele Anbieterinnen und Anbieter geben auch Informationen über das Auto und die Einzelheiten über die Fahrt an.
/Noémi Bakos/
www.mitfahrgelegenheit.de
www.mitfahrzentrale.de
www.mitfahrangebot.de